Ausbildung

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut

Ausbildungsbausteine

Unser oberstes Ziel ist es, gute Therapeuten auszubilden. Dazu gehört eine umfassende theoretische Ausbildung mit intensiver Prüfungsvorbereitung genauso wie auch eine intensive Begleitung durch die praktischen Bausteine der Ausbildung. Denn am Ende der Ausbildung, sollen Sie eine erfolgreiche Approbationsprüfung ablegen, und noch wichtiger, zu Therapeutenpersönlichkeiten gereift sein. Bei beidem wollen wir Sie von Anfang an unterstützen und darauf baut unser Ausbildungskonzept auf:

 

Theoretische Ausbildung

Die theoretische Ausbildung umfasst 600 Stunden, die sich auf ca. 2 Jahre verteilen. Dieser Teil der Ausbildung vermittelt Ihnen theoretische Inhalte und praktische Kompetenzen in folgenden Bereichen:
Grundausbildung (200 Stunden)

  • Entwicklungs-, sozial-, persönlichkeits- und neuropsychologische Grundlagen normalen und abweichenden Verhaltens im Kindes- und Jugendalter     
  • Konzepte über Entstehung, Aufrechterhaltung und Verlauf psychischer und psychosomatischer Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter     
  • Methoden und Erkenntnisse aus der Säuglings- und Kleinkindforschung     
  • Diagnostik und Differenzialdiagnostik einschließlich Testverfahren zur Abgrenzung verschiedener Störungen von Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist 
  • Geschlechtsaspekte und Entwicklungspsychopathologie verschiedener Entwicklungsphasen im Kindes- und Jugendalter     
  • Aspekte psychischer Störungen in Familien und Gruppen     
  • Prävention und Rehabilitation     
  • Medizinische und pharmakologische Grundkenntnisse     
  • Differenzielle Indikationsstellung wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren     
  • Dokumentation und Evaluation
  • Berufsethik und Berufsrecht     
  • Vertiefte Ausbildung (400 Stunden)
  • Diagnostik, Anamnese, Indikationsstellung und Fallkonzeptualisierung     
  • Gestaltung der Rahmenbedingungen in der Arbeit mit Patient und Bezugspersonen     
  • Gestaltung von Therapiemotivation und Umgang mit Widerstand des Kindes oder des/der Jugendlichen in der Therapie     
  • Konzepte und Anwendung begründeter Methoden in der Psychotherapie     
  • Gestaltung von Kurz- und Langzeittherapie 
  • Krisenintervention bei Kindern, Jugendlichen und Bezugspersonen     
  • Gesprächsführung mit Bezugspersonen und deren Einbindung in den Therapieprozess     
  • Störungen der Eltern-Kind-Beziehung in der Säuglingszeit

 

Praktische Tätigkeit I und II (PT I & PT II)

Während Ihrer Praktischen Tätigkeit (PT) erwerben Sie diagnostische und praktische Kompetenzen im Bereich der stationären und teilstationären Patientenbehandlung. Über eine Zeitdauer von insgesamt ca. anderthalb Jahren absolvieren Sie in einer unserer Kooperationskliniken 1.200 Stunden im Bereich der klinischen psychiatrischen Versorgung und 600 Stunden innerhalb der psychotherapeutischen psychosomatischen Versorgung. Für die Praktika arbeiten wir mit verschiedenen Kooperationskliniken zusammen.

 

Praktische Ausbildung (PA)

Die Behandlung von Patienten in unserer Ausbildungsambulanz ist zentrales Lernfeld. Mindestens 600 Stunden Therapie leisten Sie in dieser Zeit. Sie arbeiten nun therapeutisch eigenverantwortlich unter Supervision (SV) und bieten Patienten ambulante Therapien an. Die Patienten werden von Leitenden Psychologen der VTFAW innerhalb einer Erstgesprächsdiagnostik gesehen und den Ausbildungstherapeuten je nach individuellem Lernstand zugeteilt. Außerdem stehen Ihnen jederzeit Approbierte Psychologische Psychotherapeuten der VTFAW für Fragen und Anliegen zur Seite, die Sie in Ihrer Entwicklung unterstützen und Sie durch Ihre Ambulanzzeit begleiten.

 

Supervision (SV)

Zu 600h ambulanter Therapie der Praktischen Ausbildung gehören 150h Supervision. Davon finden 100h in der Gruppe statt und 50h Einzeln. Nach jeder vierten Therapiesitzung reflektieren Sie mit einem Supervisor (ein Therapeut, der über langjährige Erfahrung verfügt) den Stand der Patientenbehandlung. Ihre Supervisoren unterstützen Sie bei der Planung und Durchführung der Therapien und begleiten Sie über den gesamten Behandlungsverlauf. Sie haben mindestens drei verschiedene Supervisoren, wodurch Sie die Möglichkeit haben, unterschiedliche Therapeutenpersönlichkeiten kennenlernen.
Sie können sich darauf verlassen, dass Ihnen Ihre Supervisoren in schwierigen Situationen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mittels speziell strukturierter Fallvorstellungen, der Analyse von Videosequenzen und der gezielten Mischung von Einzel- und Gruppensupervision unterstützen wir Sie dabei, die Behandlung angemessen zu planen und gut strukturierte Berichte zu erstellen.

 

Selbsterfahrung (SE)

Die Psychotherapieausbildung beinhaltet 120 Stunden Selbsterfahrung (SE). Diese dient dazu, dass Sie in einem sicheren Rahmen Ihre eigenen Einstellungen und Muster besser kennenlernen. Sie alle bringen ganz individuelle Lernerfahrungen mit. Diese wirken sich immer auch auf psychotherapeutische Interaktionsprozesse aus.
Daher erhalten Sie in den Selbsterfahrungsveranstaltungen die Gelegenheit, sich bewusst mit sich selbst auseinanderzusetzen. Dadurch lernen Sie, bewusster mit eigenen emotionalen und kognitiven Reaktionen umzugehen und Ihr Verhalten in den Therapien mit Ihren Patienten zielgerichteter zu steuern. Die Veranstaltungen finden entweder mit dem gesamten Kurs oder in zwei Kleingruppen statt. Themen, um die es geht, sind beispielsweise:

  • Selbstfürsorge, herausfordernde Patienten, Vorbehalte gegenüber/ Vermeidung von bestimmten therapeutischen Situationen
  • Reflexion der eigenen Biografie, Entwicklung des eigenen therapeutischen Stils, interaktionelle Muster

 

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